„Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast, und sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann.“
(Max Ehrmann, Desiderata)

Ruhe, Stille, abschalten, inneren Frieden finden, Zugang zu Kreativität und Intuition erhalten – all das können wir durch Meditation erreichen. Die positiven Wirkungen auf Körper, Geist und Psyche sind durch zahlreiche Studien belegt. Meditation lädt uns ein, in einen anderen Bewusstseinszustand zu wechseln, unser Bewusstsein zu erweitern bis hin zu einer Erfahrung von Einssein oder Glück. Wenn wir entschlossen sind zu meditieren und es regelmäßig praktizieren, können wir die Wirkungen selbst erfahren.
Unser Geist wird aber nicht gleich ruhig, wenn wir uns zur Meditation hinsetzen. Vielleicht gelingt es uns, eine Weile bewegungslos zu sitzen, aber unser Geist wird dann umso aktiver, springt von einem Gedanken zum nächsten, verliert sich in Erinnerungen, Bewertungen, Wünschen, Gedanken an Wollen oder Nicht-Wollen.

„Yoga ist das zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist“ - schon im zweiten Satz des Yoga-Sutra sagt uns Patanjali, um was es geht. Dafür müssen wir das unruhige Gewässer unserer Gedanken beruhigen, die von Wind und Wellen aufgewühlte Oberfläche verlassen, um in die ruhigeren Tiefen bis zum Schatz am Grunde des Sees zu gelangen. Yoga bietet eine Reihe von Möglichkeiten, um die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, sich auf sein inneres Geschehen zu konzentrieren und zu erfahren, welche Gedanken mich beschäftigen und wie ich sie beeinflussen kann.

Wenn Sie mit Meditation beginnen möchten, vielleicht sogar glauben, nicht meditieren zu können, oder in Ihrer Praxis auf Schwierigkeiten stoßen: Wir bieten immer wieder Workshops zum Thema an. Setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung und schildern uns Ihr Anliegen.

Der Ozean der Weisheit
Einmal wurde ein bedeutender Weisheitslehrer von einer Gruppe eingeladen, einen Vortrag über Meditation zu halten.

Als er im Vortragssaal eintraf, fragte er seine Zuhörer: “Wisst ihr, was ich euch sagen werde?“ Alle Anwesenden sagten: „Nein“. „Dann werde ich nicht zu euch sprechen, weil ihr nicht den nötigen Hintergrund habt.“ Damit verließ der Lehrer den Saal.

In der Woche darauf wurde er wieder eingeladen, aber der Leiter der Gruppe plante im Voraus. Er sagte der Gruppe, sie sollten „Ja“ sagen, wenn der Lehrer die gleiche Frage stellen würde. Der Lehrer wurde in den Saal geleitet und stellte die gleiche Frage. Diesmal antworteten die Zuhörer mit „Ja“. Darauf der Lehrer: „Ihr wisst also schon alles, dann habe ich nichts mehr zu sagen“, und damit verschwand er.

Wieder bereitete der Leiter sich auf den nächsten Besuch vor und bat die Hälfte der Zuhörer, „Ja“ zu sagen, und die andere Hälfte „Nein“. Als der Lehrer zum dritten Mal erschien, stellte er die gleiche Frage. Die Zuhörer reagierten wie verabredet. Daraufhin sagte der Lehrer: „Alle, die „Nein“ gesagt haben, sollen von denen lernen, die „Ja“ gesagt haben“, und ohne weitere Worte ging er davon.

Die Leute waren verwirrt und wussten nicht weiter. Schließlich entschlossen sie sich, einfach zu schweigen. Nach wiederholten Bitten kam der Lehrer noch einmal und stellte die gleiche Frage. Diesmal erhielt er keine Antwort. Er stellte fest, dass alle in tiefes Schweigen versunken waren, und er wusste, dass jetzt die Zeit reif war, um über Meditation zu sprechen.

Die Wahrheit bzw. Erkenntnis finden wir nur in der Stille.
Quelle: Swami Vivekananda: „Ozean der Weisheit“